Das umbrische Olivenöl

Der Olivenanbau ist in Umbrien eine sehr blühende Aktivität und auf dem gesamten regionalen Gebiet verbreitet. Die Pflanze wächst hier praktisch überall und das Olivenöl unterscheidet sich vor allem durch seine erstklassige Qualität. Die Tradition des Öls ist in diesen Gebieten sehr antik. In Orvieto kann man sogar noch eine antike Ölmühle besuchen, den Mulino Santa Chiara, in der die Oliven schon von den Etruskern und bis ins 17. Jahrhundert, gepresst wurden. Die enormen Basalt-Mühlsteine, die Becken und die Ställe zeugen von einer halb-industriellen Produktion. Mit der Entwicklung der römischen Zivilisation wächst auch der Anbau von neuen Olivenbäumen: unzählige Fundstücke, wie Vasen und Amphoren, typische Behälter für Öl, wurden in dem Gebiet zwischen den Flüssen Tiber und Nera gefunden und deuten auf einen weit verbreiteten Verbrauch hin. Aber als es den römischen Markt nicht mehr gab, begann eine Zeit der Krise und der Verwahrlosung. Anschließend pflanzten die Klosterorden wieder viele Olivenbäume ein und vermieteten sie an die Bauern mit einem „ad laburandum“ Vertrag: Und so wird also im 15. Jahrhundert wieder über eine starke Anwesenheit von Olivenbäumen zwischen Assisi und Trevi berichtet. Ende des 19. Jahrhunderts, auch dank der Fördermittel des Kirchenstaats um die unbebauten Gebiete wieder zu bevölkern, rechnet man, dass die Fläche des Olivenanbaugebietes doppelt so groß wie das heutige gewesen ist. Allerdings sinkt die Zahl der Bäume anschließend nach und nach auf Grund von klimabedingten Schäden, vor allem wegen der großen Kältewelle 1929 und 1956. Der Rest ist die moderne Geschichte einer Modellproduktionskette: 5 Millionen 500 Tausend Pflanzen erstrecken sich auf einer Gesamtfläche von 27.809 Hektar, von denen der Großteil in der Provinz Perugia ist. Das Qualitätssiegel Dop Umbria, der gesamten Produktion der Region zugestanden, beinhaltet fünf geografischen Anbaugebiete: Colli Amerini, Colli Assisi-Spoleto, Colli del Trasimeno, Colli Martani und Colli Orvietani. Das geeignetste ist Colli Assisi-Spoleto, das sich auf dem Gebiet von Gubbio bis Terni erstreckt. Eine einzige lange Strecke an Olivenbäumen die auch Silber-Küste genannt wird. Der bekannteste Teil, auch dank seiner landschaftlichen Schönheit, ist die sogenannte Strada Francescana, zwischen Assisi und Spoleto, in der die Sorten moraiolo, raja, leccino, frantoio, San Felice und die lokalen pocciolo und vocio, wachsen.

Das andere Untergebiet in Terni ist Colli Amerini mit den cultivar moraiolo, raja, leccino, frantoio und tendellone. Um den Trasimensichen See herum befindet sich das Untergebiet mit der autochthonen dolce di agogia Variante. In dem Colli Martani Gebiet gedeiht die corregiolo di Massa Martana Variante neben den klassischen cultivar wie frantoio, moraiolo und leccino, die in dem Colli Orvietani Gebiet dominieren. Andere Varianten sind das lokale rigali und orbetana in Gualdo Tadino, borgiona im hohen Tibertal und bianchella di Umbertide in Narni. Es gibt 231 Ölmühlen und kleine Fabriken, die sich durch die Konstruktion  moderner Maschinen für die Extraktion und Abfüllung, hervorheben. Die Saison 2011-2012 erbrachte 7.610.7 Tonnen Olivenöl, das heißt 1,39% des nationalen Gesamtbetrags, mit einer Senkung von 26,40% gegenüber dem Vorjahr.

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Marco Oreggia

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24 Oktober 2015 Marco Oreggia

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